Damit hat die Chefetage des „Vierzylinders“ offenbar nicht gerechnet: Nur eine Woche, nachdem BMW rund 40 000 seiner Mitarbeiter die Konditionen für das angekündigte Abfindungsprogramm mitgeteilt hat, muss der Konzern jetzt offenbar bremsen. Zunächst hatte es technische Probleme mit dem Onlineportal gegeben, weil dieses die vielen Zugriffe aus der Belegschaft nicht mehr verarbeiten konnte. Nun wird es angesichts des Andrangs aber auch in der Personalabteilung eng.
Ein BMW-Sprecher teilt auf Anfrage lediglich mit, das Aufhebungsprogramm sei auf großes Interesse gestoßen. Zum weiteren Verlauf wolle man sich nicht äußern. Aus Unternehmenskreisen ist jedoch zu hören, dass der massive Andrang zu praktischen Problemen führt. Wenn ein Mitarbeiter sein Angebot annehmen möchte, ist es nicht mit einem Klick getan. Es müssen Gespräche mit der Personalabteilung geführt und ein Aufhebungsvertrag vereinbart werden. Um das geordnet zu bewältigen, soll der Zustrom der Anfragen gedrosselt werden, da die normale Arbeit weiterläuft. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk über einen vorläufigen Stopp berichtet.
Im Rahmen des im Sommer angekündigten Sparprogramms will BMW rund 8000 der etwa 40 000 Stellen im indirekten Bereich in Deutschland einsparen. Darunter fallen Jobs außerhalb der Produktion wie Verwaltung, Buchhaltung, Entwicklung und Personal. Ein großer Teil dieser Stellen ist am Stammsitz in München angesiedelt, wo die meisten Jobs wegfallen dürften. Insgesamt beschäftigte der Konzern hierzulande rund 84 000 Menschen. Zuvor hatte der neue BMW-Chef Milan Nedeljković Mitarbeiter und Investoren mit einer Gewinnwarnung aufgeschreckt.