Von Kandersteg im Berner Oberland in der Schweiz führen Wanderwege zum beliebten Oeschinensee. Nun denkt das Bergdorf darüber nach, von Menschen, die zu Fuß dorthin wandern, künftig einen Eintritt zu verlangen, wie das Schweizer Portal „Plattform J“ berichtet. Grund dafür sind die hohen Besucherzahlen: An Spitzentagen sind mehr als 7000 Personen am Bergsee unterwegs.
Besonders die vielen Tagestouristen belasten Wege, Toiletten, Ranger und die Infrastruktur. Sie tragen laut dem Noch-Gemeinderatspräsidenten und Hotelier René Maeder aber vergleichsweise wenig zur lokalen Wertschöpfung bei.
Als mögliche Lösungen werden ein Drehkreuz und ein digitales Bezahlsystem per QR-Code oder App geprüft. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, da rechtliche Fragen geklärt werden müssen. Gemäß Artikel 699 des Schweizer Zivilgesetzbuches steht allen Personen das freie Betretungsrecht von Wald und Weide zu.
Auch das öffentliche Wanderwegnetz darf in der Schweiz grundsätzlich nicht ohne spezialgesetzliche Grundlage kostenpflichtig oder durch Barrieren eingeschränkt werden.
Zusätzlich will Kandersteg den Autoverkehr mit einem Reservierungssystem für Parkplätze steuern. Die Gondelbahn Kandersteg–Oeschinensee nutzt bereits ein Online-Reservationssystem für Zeitslots.