Das bekannte KI-Start-up Anthropic macht den nächsten großen Schritt. Das Unternehmen hat seinen offiziellen Börsenprospekt veröffentlicht und plant den Börsengang für Ende November. Anthropic ist vor allem für sein intelligentes KI-Modell „Claude“ bekannt, das vielen Firmenkunden beim Programmieren und Arbeiten hilft.
Die neuen Zahlen im Prospekt zeigen ein extremes Wachstum: Im ersten Halbjahr 2026 hat Anthropic einen Umsatz von 16 Milliarden Dollar erzielt. Ein Jahr zuvor lag der Umsatz im gleichen Zeitraum noch bei nur rund einer Milliarde Dollar. Trotzdem macht die Firma noch keine Gewinne. Von Januar bis Juni 2026 gab es einen Verlust von fast 700 Millionen Dollar. Der Grund dafür sind die enormen Kosten für Rechenzentren und Computerpower. Anthropic hat sich verpflichtet, dem Tech-Riesen Amazon bis zum Jahr 2036 insgesamt 110 Milliarden Dollar für Rechenleistung zu bezahlen.
Die Geschwister Dario und Daniela Amodei haben Anthropic zusammen mit fünf anderen Personen gegründet. Auch nach dem Börsengang wollen die sieben Gründer 50,1 Prozent der Stimmrechte behalten, was bedeutet, dass sie wichtige Entscheidungen im Unternehmen weiterhin alleine treffen können.
Das Besondere an den Gründern ist, dass sie sich einer Denkschule verpflichtet fühlen, die das Wohl der Menschheit in den Mittelpunkt stellt. Deshalb haben sie versprochen, 80 Prozent ihrer Firmenanteile an wohltätige Organisationen zu spenden. Experten schätzen, dass der Gesamtwert des Unternehmens an der Börse am Ende bei rund 1,5 Billionen Dollar liegen könnte.
In dem Dokument für die Investoren warnt Anthropic nicht nur vor normalen wirtschaftlichen Risiken. Das Unternehmen schreibt offiziell, dass künstliche Intelligenz in der Zukunft zu einer „katastrophalen oder existenziellen“ Gefahr für die gesamte Menschheit werden kann. Ein spezielles Kontrollgremium, in dem unter anderem der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke sitzt, soll darauf achten, dass die KI-Modelle sicher bleiben.