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Mailand: Regierung schickt 500 Soldaten nach Krawallen
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Nach den schweren Krawallen in Mailand will die Regierung in Rom 500 weitere Soldaten in die italienische Finanzmetropole schicken. Die Entscheidung fiel am Montag bei einer Krisensitzung unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, wie verlautete. Die Regierung will heute einen entsprechenden Erlass verabschieden. Das zusätzliche Militär soll verhindern, dass es in der Innenstadt zu weiteren Ausschreitungen kommt.



In Italien läuft bereits seit 2008 eine Militärmission namens „Strade sicure“, bei der Soldaten die Polizei bei der Überwachung unterstützen. Im Gespräch sind auch Ausgangssperren in bestimmten Bereichen der Innenstädte. Meloni hatte nach den Krawallen in Mailand und anderen Städten ein hartes Vorgehen angekündigt.



In Mailand war es am Wochenende nach Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz schlugen vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Insgesamt gab es mehr als etwa 270 vorübergehende Festnahmen. Die Behörden teilten am Montag mit, dass 32 Personen formell festgenommen wurden, darunter 23 Minderjährige und 13 ausländische Staatsbürger. Gegen weitere 28 Personen wurde Anzeige erstattet.



Nach offiziellen Angaben wurden in Mailand mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Die Staatsanwaltschaft sprach von großer Gewalt. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es keine genauen Angaben. Der Schaden geht in die Millionenhöhe.



Die Inflationsrate liegt in Italien aktuell bei 4,2 Prozent. Auch in Frankreich kommt es aktuell zu Unruhen.



Meloni warnte jüngst beim EU-Gipfel laut einem Bericht der Zeitung „Corriere della Sera“ vor den politischen Folgen hoher Energiepreise. Sie soll bei Beratungen am Donnerstag gefragt haben, ob die anderen Politiker die Lage verstehen. Sie warnte, dass die Bürger sie sonst mit Mistgabeln verfolgen werden. Sie hat dabei auf Italienisch gesprochen.



Meloni regiert in Rom seit vier Jahren. Im nächsten Jahr steht eine Parlamentswahl an. Ihre Partei Fratelli d'Italia steht durch die neue Partei Futuro Nazionale unter Druck. Im linken Lager will die SPD-Politikerin Elly Schlein von der Partei PD gegen Meloni antreten.

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