Das verkündet Daniel Steiners, der Chef für die Bundesrepublik des Schweizer Unternehmens, im Interview mit der „Welt“.
„Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt. Roche will jetzt verstehen, wie es in Deutschland weitergeht“, sagt Steiners.
Steiners kritisiert die Regierung von Merz scharf: „Für den Pharmabereich hat die Politik zuletzt viel Vertrauen zerstört. Im Koalitionsvertrag heißt es, dass der Pharmastandort gestärkt werden soll. Gleichzeitig folgen privaten Investitionen keine politischen Ankündigungen.“
Der 50-Jährige meint das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung. Das Ziel waren stabile Kassenbeiträge, aber das Gesetz belastet die Industrie stark, so Steiners: „Statt strukturelle Probleme anzugehen, setzt die Politik auf kurzfristige Einsparungen und Belastungen.“
Steiners sagt weiter: „Damit verliert man doppelt. Das Problem wird nicht gelöst, denn ohne Strukturreformen verpuffen Einsparungen und das Defizit kommt schnell zurück.“
Seit 130 Jahren ist Roche in Deutschland vertreten und das Unternehmen will diese Geschichte fortschreiben.
Steiner fügt hinzu: „Man muss klar sagen, dass wir eine Zäsur erleben. Der Automatismus von Investitionen existiert nicht mehr. Europa steht im Wettbewerb mit den USA und China.“